21.06.2010, Tanja Carstensen
Am 27. April 2010 fand in Berlin, veranstaltet von der Heinrich-Böll-Stiftung, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Citizen 2.0. Wie beeinflusst das Netz die demokratische Öffentlichkeit?“ statt. Anlass war das Erscheinen des Buches „Emergenz digitaler Öffentlichkeiten. Die sozialen Medien im Web 2.0“ des Medienwissenschaftlers Stefan Münker. Er vertritt die These, dass mit dem Web 2.0 das Ideal demokratischer Öffentlichkeit, wie es Jürgen Habermas entwirft, Realität geworden ist. Auf der Veranstaltung diskutierten Stefan Münker, Sophie Scholz (socialbar) und ich, Jan Engelmann (Heinrich-Böll-Stiftung) moderierte. Im Folgenden skizziere ich einige meiner Kommentare und Anmerkungen, insbesondere diejenigen, die aus feministischen und genderkritischen Perspektiven resultieren… Zum ganzen Artikel
23.02.2010, Kathrin Ganz
Netzpolitische Themen wie die Vorratsdatenspeicherung oder Internetsperren haben in den letzten Jahren eine erstaunliche Mobilisierungsfähigkeit bewiesen. Dies hat nicht zuletzt der Achtungserfolg der Piratenpartei bei der letzten Bundestagswahl gezeigt. Die Debatten um staatliche und privatwirtschaftliche Eingriffe in das Internet und den Schutz der Privatsphäre im digitalen Zeitalter werden in der Öffentlichkeit als Themen wahrgenommen, mit denen sich vor allem technisch versierte und meist männliche Internetnutzer_innen beschäftigen. Anhand des Themas Netzneutralität und zwei Beispielen aus dem Bereich Datenschutz möchte ich zeigen, was Netzpolitik aus einer queer-feministisch-intersektionalen Sicht bedeutet, die vielfältigen sozialen Positionierungen entlang komplexer Verhältnisse sozialer Ungleichheit Rechnung trägt… Zum ganzen Artikel
15.05.2009, Anelis Kaiser
Wir leben gegenwärtig in einer Neurozeit; manche setzen die Erforschung des Gehirns mit der Erforschung des Menschen gleich. Wie positionieren sich FeministInnen und GeschlechterforscherInnen zur immer wichtiger werdenden Rolle des Gehirns und der Neurowissenschaft in der Gesellschaft? Wie wollen wir, theoretisch und praktisch, Geschlechterähnlichkeit und -differenz im Gehirn handhaben? Gerade weil eine ganze Generation von feministischen NeurowissenschaftlerInnen fehlt, lautet das Plädoyer hier für mehr neurowissenschaftliche Forschung – und zwar für eine kritisch-feministische, die auf die neurobiologische Veränderbarkeit von Differenzen und Ähnlichkeiten zielt… Zum ganzen Artikel
8.12.2008, Tanja Paulitz
Ob und in welcher Weise technische Fachinhalte gender-relevant sind, ist bislang kaum erforscht. Zwar weiß man inzwischen, dass technische Kompetenzen einen hohen Stellenwert in der Ausbildung einer männlichen Geschlechtsidentität haben. Doch ist der Kenntnisstand darüber erstaunlich karg, wie beides in der Wissenstradition des Ingenieurwesens eine so enge und dauerhafte Allianz eingehen konnte, welche Veränderungen es im Laufe der Zeit gegeben hat und wie traditionelle Bilder destabilisiert werden könnten. Um zu verstehen, wie die symbolische Ebene im Ingenieurbereich strukturiert ist, müssen also diese historischen Beziehungen zwischen Männlichkeitsbildern und Technik genauer untersucht werden… Zum ganzen Artikel
9.05.2008, Kathrin Englert
Technische Artefakte wie Fahrräder, Computer oder eben Interface-AgentInnen können nicht als natürlich und gegeben gesehen werden. Vielmehr müssen sie als soziale Akteure betrachtet werden, denn technische Artefakte verkörpern soziale Verhältnisse und Strukturen. Im alltäglichen Umgang begegnen uns ständig technische Artefakte, von denen wir annehmen, sie seien neutral. Tatsächlich werden die Artefakte dadurch noch mächtiger in der Aufrechterhaltung der sozialen Strukturen und Verhältnisse, die in sie eingeschrieben sind. Auch Geschlecht als soziale Ordnungskategorie finden wir in technische Artefakte eingeschrieben. Dieser Umstand kann keineswegs als unschuldig betrachtet werden, denn vergeschlechtlichte technische Artefakte können dabei mitwirken, Geschlechterverhältnisse und damit verbundene Herrschaftsverhältnisse aufrecht zu erhalten. Deshalb erscheint es aus feministischer Sicht sinnvoll, sich kritisch mit den Einschreibungen von Geschlecht in technischen Artefakten auseinander zu setzen. Es geht folglich darum, Einschreibungen von Geschlecht und deren Ursachen zu ergründen, um daraus feministische Interventionen ableiten zu können. Näher beleuchtet werden im Folgenden zwei Interface-Agentinnen, mit denen ich aufschlussreiche und durchaus unterhaltsame “Gespräche” geführt habe… Zum ganzen Artikel
10.01.2008, Tanja Carstensen
Mit den heutzutage zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Weblogs, Wikis, des Podcasting und Communities wie YouTube, MySpace und dem studiVZ verspricht das Internet eine stärkere Partizipation der Netznutzer_innen und neue Beteilungsformen. Aus Geschlechterperspektiven bleibt das “Web 2.0″ allerdings ambivalent. Neben queer-feministischen Interventionen kommt es gleichzeitig immer wieder zu antifeministischen, homophoben und sexistischen Angriffen aus der Mitte der Web 2.0-Community… Zum ganzen Artikel
27.11.2007, Tanja Carstensen
Nanotechnologie gilt zurzeit als Zukunftstechnologie Nr. 1. Kritische Stimmen dazu sind bisher selten, es überwiegen Hoffnungen auf Innovation, sichere Arbeitsplätze und Standortsicherung. In diese Argumentationslogik fügen sich auch Projekte wie Nano-4-women und WomenInNano ein, die (mal wieder) am (angeblich) zögerlichen Zugang von Frauen zu neuen Technologien ansetzen. Hoffnung auf eine differenziertere Diskussion der Nanotechnologie aus feministischen Perspektiven bieten neuerdings erste Versuche von Geschlechterforscherinnen und feministischen Natur- und Technikwissenschaftlerinnen, die beispielsweise Fragen nach Vergeschlechtlichungsprozessen in Nano-Diskursen und Fragen nach Effekten von Nanotechnologie auf den menschlichen Körper aufwerfen… Zum ganzen Artikel
16.03.2007, Tanja Carstensen
Am 09.02.2007 ging das Gender@Wiki unter www.genderwiki.de online. Mit diesem Projekt, das aus einem studentischen Projekttutorium heraus entwickelt wurde, entsteht ein Informations- und Vernetzungsangebot für die Frauen- und Geschlechterforschung, mit dem sich aus feministischer und wissenschaftspolitischer Sicht sowie für die Internetforschung und -gestaltung verschiedene interessante Chancen, Herausforderungen und Fragen ergeben… Zum ganzen Artikel
Feministisches Institut Hamburg
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