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Sozialpolitik

Männer in der Sozialen Arbeit – Mehr Männer in die Soziale Arbeit?

10.12.2014, Barbara Rose

Aus feministischer Perspektive kam und kommt das Geschlechterthema in der Sozialen Arbeit in dem Tenor daher, die vorhandene Geschlechterordnung mit dem Benachteiligungsblick kritisch zu durchleuchten, mit dem Ziel, das weibliche Geschlecht und seine Positionierung sichtbar und angemessen zu würdigen und Benachteiligungsverhältnisse zu skandalisieren. Die Frage nach den Männern (als Subjekten) in der Sozialen Arbeit kann diese Perspektive komplettieren und möglicherweise auch dazu beitragen, einige neue Impulse zum Themenbereich: Care-Arbeit und Geschlecht zu setzten. Eine entsprechende Gelegenheit bietet die Diskussion um Männer in Kitas. Zum ganzen Artikel


Die Revolution frisst ihre Kinder

4.11.2013, Wiegand Grafe

Was für ein machtvoller Gegenschlag. Neunzig Prominente und eine Vielzahl von meist akademisch gebildeten ErstunterzeichnerInnen unterstützen einen restaurativen Appell der Zeitschrift „Emma“ gegen den Versuch von Sexarbeiterinnen an den Erfolgen der sexuellen Revolution teilzuhaben. Der Wortlaut und die Liste der UnterstützerInnen ist unter http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2013/novemberdezember-2013/appell-gegen-prostitution/ zu finden.
Der Aufruf richtet sich gegen das 2002 in Kraft getretene Prostitutionsgesetz, dass die rechtliche Stellung von sexuellen Dienstleistungen regelt, um die Situation der SexarbeiterInnen zu verbessern. Damit wurde offensichtlich das Maß an Freiheit überschritten, das einer Minderheit zugestanden werden kann, die sich notorisch anders verhält als es die emanzipativen VorkämpferInnen für richtig halten. Dem muss mit Macht entgegengetreten werden. Die Gewissheit mit diesem Appell auf der moralisch richtigen Seite zu stehen, hat offensichtlich dazu geführt, dass die Autorinnen nicht einmal ansatzweise versucht haben, mit ihrer Argumentation der komplexen Realität gerecht zu werden. Der Aufruf ist ein Muster der Demagogie, in dem allgemein bekannte Begriffe, gesellschaftskompatible Meinungen, notwendige Forderungen und unhaltbaren Positionen so geschickt zu einem moralischen Postulat verwoben werden, dass offensichtlich selbst gestandene WissenschaftlerInnen den Überblick verloren haben und sich nicht mehr fragen, was eigentlich Sklaverei und Menschenhandel mit der juristischen Akzeptanz von Sexarbeit zu tun haben. … Zum ganzen Artikel


Eine Abgeordnete weint

5.08.2012, Wiegand Grafe

In seiner letzten Juniausgabe titelte das als Zeitung getarnte Werbeblatt „Der Neue Ruf“: „Harburg Treeske Fischer: Angesichts von Kürzungen in der Jugendarbeit brach die CDU-Abgeordnete am Rednerpult in Tränen aus“ [1]. Auf Seite 3 wurde berichtet, was sich in einer „Aktuellen Stunde“ der Bezirksversammlung zugetragen hat, die sich mit den Folgen einer vom Hamburger Senat geplanten und von der Harburger SPD-Fraktion widerspruchslos akzeptierten Kürzung der Mittel für die offene Kinder- und Jugendarbeit um mindestens 300.000 Euro im Bezirk Harburg beschäftigte. Wie ist es zu bewerten, wenn eine Vertreterin der CDU ihre Identität in die Waagschale wirft, um die Rumpfstrukturen einer problembezogenen Sozialen Arbeit vor den existenzbedrohenden Kürzungen einer SOZIALDEMOKRATISCHEN Landesregierung zu schützen. Zum ganzen Artikel


Unterhaltsrecht, Bildungsgutscheine und soziale Ungleichheit – Eine Polemik auf eine sozialpolitische Posse

15.08.2011, Melanie Groß

Steigende Kinderarmut, Bildungsgutscheine, Armutsrisiko Alleinerziehender, Vollzeitarbeit-Verpflichtung für Alleinerziehende, fehlende Betreuungsplätze, unterbezahlte ErzieherInnen – diese Stichwörter markieren ein Feld voller ungelöster sozialpolitischer Probleme. In diesem politischen Feld verschärfen sich soziale Ungleichheiten immer weiter. Dennoch wird in konsequent neoliberalem Gestus permanent von ‚Förderung‘, ‚Gleichheit‘ und ‚Selbstverantwortung‘ gesprochen. Eine Polemik zur andauernden sozialpolitischen Posse. Zum ganzen Artikel


Biopolitischer Rassismus der bürgerlichen Mitte im Hamburger Stadtteil St. Georg

26.04.2011, Kathrin Schrader

Unter der Überschrift Chronik einer Woche fordert die Hansaplatz Initiative ein lebenswertes Umfeld für Familien mit Kindern im Stadtteil Hamburg St. Georg. Der traditionell ansässige Straßenstrich soll in ein abgelegenes Gewerbegebiet im hauptsächlich für seine industrielle Nutzung bekannten Stadtteil Rothenburgsort verlagert werden, um endlich „menschenwürdige Verhältnisse für alle, (…) den Schutz der Kinder“, sowie die Ansiedlung einer bunten Vielfalt von Kunst und Kultur, Einzelhandel und Gastronomie am und um den Hansaplatz zu ermöglichen. Unter dem Deckmantel der bunten Vielfalt kommt hier ein biopolitischer Rassismus der bürgerlichen Mitte zum Tragen, wie er aus vielen europäischen Großstädten und ihrer Gentrifizierungslogik bekannt ist. Zur Durchsetzung ihrer individuellen Ziele ist der Initiative offensichtlich jede Argumentation – und sei sie noch so haltlos – recht. Zum ganzen Artikel


Die Erosion des männlichen Familienernährermodells

17.11.2010, Lisa Yashodhara Haller und Jörg Nowak

Anlass unseres Beitrags ist die Etablierung eines neoliberalen Feminismus im Zuge der familienpolitischen Trendwende in Deutschland seit 2002. Die Analyse familienpolitischer Reformen ergibt, dass diese einerseits auf die voranschreitende Auflösung des männlichen Familienernährermodells reagieren, andererseits die stattfindende Erosion vorantreiben. Kritisiert wird diese familienpolitische Trendwende bislang vornehmlich von konservativer Seite. Statt die sich auf neoliberale und konservative Argumente verengende Debatte fortzuführen, nutzen wir diesen Beitrag, um der Frage nachzugehen, welche Herausforderungen sich angesichts der familienpolitischen Neuausrichtung für einen linken Feminismus ergeben…. Zum ganzen Artikel


Es geht aufwärts?! Das Elterngeld für Erwerbslose wird gestrichen – Stellungnahme des Instituts für nachhaltige Entwicklung e.V.

27.09.2010, Jenny Ullrich

Das Elterngeld für Erwerbslose wird gestrichen. Damit werden nicht nur wichtige Sozialleistungen gekürzt, sondern auch diverse Trends, die im gesellschaftlichen Mainstream existieren, weiter vorangetrieben. Es geht unter anderem darum, das neoliberale Arbeitsmarktparadigma “Fördern und fordern” noch klarer und ohne Rücksicht auf gesamtgesellschaftliche Realitäten umzusetzen als dies bisher schon geschehen ist. Menschen, die wenig Steuern zahlen, wenig konsumieren und dem Staat Geld kosten, bekommen auch wenig. Mit der Streichung des Elterngeldes wird ein “Familienernährermodell” erzwungen, welches zum einen aus einer feministischen Perspektive nicht annehmbar und zum anderen gar nicht mehr realisierbar ist. Auch zu einer Gleichheit der Bildungschancen, die unabhängig von der sozialen Herkunft ist, trägt dieser Schritt nichts Positives bei, wenn man bedenkt, dass Bildung mehr ist als der Besuch einer Schule… Zum ganzen Artikel


Das Grauen vor der Prostitution, den Drogen … den Anderen

14.04.2010, Kathrin Schrader

Der deutsche Sozialstaat versuchte früher den „Bedürftigen“ neben der Grundabsicherung ihres Lebensstandards durch Resozialisierungs- und Reintegrationsmaßnahmen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben der Mehrheit zu ermöglichen. Dieser Ansatz wird heute mit dem Hinweis auf die „leeren Kassen“ und die angebliche Ineffizienz nicht mehr verfolgt und durch die übergeordnete Strategie des Gefahren- und Risikomanagements ersetzt. Im Zentrum der Aktivitäten steht jetzt die Gefährlichkeit des Individuums. Erkennbar sind diese Tendenzen in Deutschland unter anderem an der Erhöhung des Strafrahmens, der Absenkung der Strafmündigkeit, den vereinfachten Voraussetzungen für die U-Haft, der konsequenten Abschiebungspraxis und der Videoüberwachung öffentlicher Plätze. … Zum ganzen Artikel


Familienpolitik: Welche Formen von Elternschaft sind erwünscht?

3.01.2009, Kathrin Ganz

Die deutsche Familienpolitik und die ihr zugrunde liegenden Konzepte von Mutterschaft und Vaterschaft galten lange Zeit als besonders der Tradition verschrieben und rückständig. Überraschenderweise brachte ausgerechnet die Familienpolitik der Großen Koalition eine familienpolitische Wende. Sie wird nicht nur in der medialen Öffentlichkeit als Erfolg verbucht, sondern gilt trotz berechtigter Kritik auch aus feministischer Sicht als Schritt in die richtige Richtung. Während auf gleichstellungspolitischer Ebene Erfolge zu verzeichnen sind, bildet der familienpolitische Diskurs jedoch ein Konzept von normativ erwünschter Elternschaft aus, das Familienformen jenseits der Zwei-Erwerbstätigen-Elternschaft zunehmend stigmatisiert… Zum ganzen Artikel


Was kommt nach den „Vätermonaten“? Von kleinen Erfolgen durch das neue Elterngeld und vielen offenen Fragen danach

11.10.2008, Tanja Carstensen und Sonja Nielbock

Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Elterngeld sind gemacht: Der Anteil der Männer, die Elternzeit beantragten, ist innerhalb eines Jahres von 3,5 auf 12,4% gestiegen. Zwar ist die neue Regelung in verschiedener Hinsicht zu kritisieren, sie eröffnet aber auch Potenziale hinsichtlich der Möglichkeiten, Geschlechterrollen in Bewegung zu bringen. Das Elterngeld kann ein guter Anfang für neue Geschlechterarrangements sein, reicht aber bei weitem nicht aus, um langfristig für Veränderungen zu sorgen… Zum ganzen Artikel


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Prozessual-strategische Subjektivität: Handlungsfähigkeit, politische Bündnisse und Widerstand aus queer-feministischer Sicht

Feminismus nach Butler, wie ist das noch möglich? Meines Erachtens brachte gerade die, durch Judith Butler (1990) ausgelöste Infragestellung einer vermeintlich angeborenen Weiblichkeit und die Dekonstruktion von körperlichem Geschlecht neue und politisch wichtige Denkansätze für Feminismen hervor. Um Subjekte... mehr

Auf die Freundschaft!

Welchen Beitrag können Freundschaften für eine unsere Alltage und somit Gesellschaft verändernde Praxis bringen? Ich möchte einige Gedanken zu Freundschaft gerne in den Kontext der guten alten Erkenntnis „das Private ist politisch“ setzen und mir bestimmte Felder des... mehr

Über Anregungen, Kritiken und andere Positionen freuen wir uns jederzeit: info[at]feministisches-institut.de


Feministisches Institut Hamburg