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Interventionen

Kämpfe und Forderungen der Queer-Bewegung in der Türkei*

30.04.2016, Zülfukar Ҫetin

Für die türkische Queer-Bewegung waren die Proteste von 2013 für den Erhalt des Gezi-Parks in Istanbul von großer Bedeutung, weil bei den Protesten mehrere Gruppen aus diversen Kämpfen zusammenkamen. Queer-Gruppen waren an der Auseinandersetzung gegen eine neoliberale Stadtpolitik besonders beteiligt. Während der Proteste haben sie z.B. einen LSBTI-Block gebildet, der eigene Demonstrationen und Diskussionsveranstaltungen organisierte. Der Höhepunkt der Aktivitäten dieses Blocks war eine Demonstration anlässlich des Christopher Street Day, an dem ca. 100 000 Menschen teilnahmen.
Die Queers konnten seitdem verstärkt Netzwerke aufbauen und begannen, sich in die Lokalpolitik einzumischen. Auch bei der Gewinnung politischer Parteien gab es Fortschritte. Eine Reihe von sozial-demokratischen Politiker_innen konnte auf LSBTI-Rechte und -Forderungen aufmerksam gemacht und mobilisiert werden. Heute gibt es in der Türkei schätzungsweise fünfzig Queer-Organisationen, die sich für die Gleichberechtigung aller Menschengruppen einsetzen und versuchen, die Sichtbarkeit von Queers in der Türkei zu normalisieren… Zum ganzen Artikel


Sorge füreinander solidarisch organisieren!

2.11.2015, Gabriele Winker

Millionen Menschen sind auf der Flucht – vor Krieg, Gewalt, Armut. Es sind die Regierungen des Westens, die mit Rüstungsexporten und wirtschaftlichen Eingriffen wie Raubbau natürlicher Ressourcen, Privatisierung sozialer Infrastruktur und Lebensmittelsubventionen zugunsten großer Kapitale die Lebensgrundlage Millionen von Menschen zerstören. Den daraus entstehenden Fluchtbewegungen begegnen diese Regierungen mit Abschottungsstrategien – vom militärischen Frontex-Einsatz im Mittelmeer über mit Stacheldraht gesicherte Grenzzäune bis zu massiven Grenzkontrollen zur Abschreckung. Und doch gibt es in diesem bedrückenden Szenarium Lichtblicke der Menschlichkeit, wenn Hunderttausende von Menschen die Ankommenden mit dem nötigsten Essen und Trinken sowie Kleidung und Decken versorgen und sie freundlich und positiv begrüßen. Hier sorgen Menschen für andere, geben ein Stückchen ihrer häufig knappen zeitlichen oder finanziellen Ressourcen für die Unterstützung von Menschen in Not. Dies sind ermutigende Zeichen der Solidarität. Im Folgenden geht es mir darum zu verdeutlichen, wie sich Unterstützung für Geflüchtete im Rahmen der Strategie der Care Revolution weiterdenken lässt.
Die im Werden begriffene Care-Bewegung (http://care-revolution.org) baut darauf, dass jede Person ein Recht hat, selbst zu bestimmen, wie sie für sich, aber auch für andere sorgen und wie sie von anderen versorgt werden möchte. Dieses Menschenrecht ist den aus Armuts- und Kriegsgebieten Geflüchteten in ihren Herkunftsländern verwehrt. Umso … Zum ganzen Artikel


„Girl Gangs against Street Harassment“ – Feministische Street-Art als künstlerisch-interventionistische Raumaneignungspraxis

19.10.2015, Sarah Held

Die Girl Gangs against Street Harassment verstehen sich als feministische Kommunikationsguerilla die mittels leicht zugänglicher bzw. umsetzbarer Street Art Techniken Zeichen gegen Alltagssexismen im öffentlichen Raum setzt. Dezidiertes Ziel ist, mittels subversiv-künstlerischer Interventionen Street Harassment als soziales Problem zu kennzeichnen und dem entgegenzuwirken. Die öffentlich installierten Girl Gangs sollen sexualisierte Werbenarrative im urbanen Raum stören und versuchen Weiblichkeitsbilder zu diversifizieren. Zum ganzen Artikel


Wenn unser starker Arm es will…? Einige Gedanken zu Widersprüchen und Solidaritäten im Feld bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit

14.09.2015, Anna Köster-Eiserfunke

In diesem Jahr haben die Tarifauseinandersetzung in den Sozial- und Erziehungsdiensten, der Streik im Berliner Charité-Krankenhaus, aber auch eher unbemerkte Konflikte, wie die Auseinandersetzungen um einen besseren Tarifvertrag der Hamburger Assistenz Genossenschaft (HAG), gezeigt, dass sich Arbeitskämpfe im Care-Bereich entwickeln, die die Krise sozialer Reproduktion in den Blick nehmen. Diese Arbeitskämpfe fordern bessere Arbeitsbedingungen und die Anerkennung von Care-Tätigkeiten als notwendige und qualifizierte Arbeit. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, um über widersprüchliche Interessen und solidarische Praxen im Feld un-/bezahlter Sorgearbeit nachzudenken. Den Ausgangspunkt meiner Überlegungen bildet dabei der feministische Anspruch, unbezahlte Haus- und Familienarbeit auch im Falle von Streikauseinandersetzungen nicht auszublenden oder unsichtbar zu machen. Gleichzeitig steht für mich eine solidarische Bezugnahme auf Arbeitskämpfe im schlecht entlohnten Care-Bereich außer Frage. Zum ganzen Artikel


Frauenrevolution in Rojava – und hier?

12.04.2015, Ellen Jaedicke

„Vielleicht ist dies das erste Mal in der Geschichte, dass Frauen eine solch aktive Rolle in der Organisierung einer Revolution gespielt haben. Sie kämpfen an der Front, fungieren in Kommandopositionen und nehmen an der Produktion teil. Es gibt keinen Ort in Rojava, an dem keine Frauen zu sehen sind. Sie sind überall und ein Teil von allem.“ Dies schreiben Anja Flach u.a. in dem neu erschienenen Buch „Revolution in Rojava. Frauenbewegung und Kommunalismus zwischen Krieg und Embargo“. Auch die Mainstream-Medien richten seit Ende 2014 ihre Aufmerksamkeit auf diese Frauen, die eine wesentliche Rolle spielen in den demokratischen Aufbrüchen im nördlichen Syrien. Was heißt das eigentlich für uns und hier?… Zum ganzen Artikel


Vernetzung für die Care Revolution. Bericht vom ersten Netzwerktreffen

12.11.2014, Tanja Carstensen

Nachdem sich im März 2014 ca. 500 Menschen, die in verschiedenen Feldern sozialer Reproduktion politisch aktiv sind, in Berlin zur Aktionskonferenz Care Revolution getroffen hatten, fand am 1.11. das erste Netzwerktreffen statt. Es kamen knapp 50 Teilnehmer_innen, u.a. aus queer-feministischen Gruppen, linken Studierenden-Gruppen, aus der Interventionistischen Linken, Attac, aus FrauenLesben-Gruppen, Initiativen für das Bedingungslose Grundeinkommen, Gewerkschaften und Kirchen sowie Beschäftigte aus Pflege, Assistenz und Sozialer Arbeit, Eltern, pflegende Angehörige, Künstler_innen und interessierte Einzelpersonen… Zum ganzen Artikel


Über den wirklichen Reichtum im menschlichen Zusammenleben

2.06.2014, Ina Praetorius

Im November 2001 erschien ein Text im Netz: das „Frauenkirchenmanifest zur aktuellen Lage der Welt“. Unter dem Eindruck von 09/11 hatten einige Feministinnen der „Mailingliste Frauenkirche“ beschlossen, ihre Sicht der Dinge nicht für sich zu behalten. Das Manifest wurde in der Folge von ca. 500 Menschen unterzeichnet, ins Englische, Französische und Russische übersetzt und mehrfach gedruckt. Mehr zur Geschichte des Manifests findet sich hier. Jetzt, im Frühjahr 2014, ist in Europa wieder von „Kriegsgefahr“ die Rede. Gleichzeitig ist eine Care-Revolution im Entstehen. Weil beides für mich zusammenhängt, habe ich das Frauenkirchenmanifest aktualisiert und ihm eine neue Überschrift gegeben… Zum ganzen Artikel


Auf die Freundschaft!

10.04.2014, Tina Habermann

Welchen Beitrag können Freundschaften für eine unsere Alltage und somit Gesellschaft verändernde Praxis bringen? Ich möchte einige Gedanken zu Freundschaft gerne in den Kontext der guten alten Erkenntnis „das Private ist politisch“ setzen und mir bestimmte Felder des Lebens in Bezug auf die Frage anschauen, wie darin eine gelingende kollektive Beziehungsform gestaltet sein könnte. Zum ganzen Artikel


smash it all – smash sexism – Kongressbericht

16.02.2014, smash it all

Im Jahr 2013 wurden viele Diskussionen über Sexismus und sexualisierte Gewalt in den Medien geführt. Dabei kam es selten zu differenzierten Analysen über Herrschaftsverhältnisse, die mit sexualisierter Gewalt verbunden sind. Ein Versäumnis, das wir auch innerhalb der radikalen Linken feststellen, weshalb wir im Juli 2013 den Kongress smash it all_smash sexism zum Themenkomplex Sexismus und sexualisierte Gewalt in der Roten Flora in Hamburg veranstaltet haben. Zum ganzen Artikel


Gruppenübergreifendes Handeln für eine Care Revolution

31.07.2013, Gabriele Winker

Selbstsorge ebenso wie die Sorge um andere sind für die Verwirklichung menschlicher Lebensbedürfnisse von grundlegender Bedeutung. Das kapitalistische System beschränkt jedoch mit entgrenzter und prekärer Lohnarbeit die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für die existenziell wichtige Care-Arbeit. Gleichzeitig entsteht durch Privatisierungen im Pflege- und Gesundheitsbereich, Ökonomisierung der Bildungslandschaft, Reduktion sozialstaatlicher Leistungen ein Mehr an weitgehender unsichtbarer Haus- und Sorgearbeit in den Familien. In neoliberalen Zeiten, in denen die Erwerbstätigkeit aller erwartet wird, führt diese Situation insbesondere für Menschen mit Sorgeverpflichtungen für Kinder oder Pflegebedürftige zu enormen zeitlichen und körperlichen Überlastungen und/oder finanziell bedingten Existenzunsicherheiten. Deswegen sprechen im Care-Bereich Aktive von einer Krise sozialer Reproduktion. Aus diesem Grund hat das Feministische Institut einen Arbeitskreis Reproduktion gegründet, der zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und 19 Kooperationspartner_innen jetzt zu einer Aktionskonferenz Care Revolution aufruft, die vom 14. bis 16. März 2014 in Berlin stattfinden wird. Dort wird es um einen vielfältigen Erfahrungsaustausch gehen zwischen berufstätigen Pflegekräften und Erzieher_innen, die für angemessene Arbeitsbedingungen kämpfen, pflegenden Angehörigen und Eltern, die nicht weiter am Rande ihrer Kräfte auf sich alleine gestellt wertvolle und kaum anerkannte Arbeit leisten wollen, und jungen Aktivist_innen, die sich immer neuen Leistungsanforderungen widersetzen und in sozialen Auseinandersetzungen für ihre ureigensten Lebensinteressen eintreten. Im Folgenden … Zum ganzen Artikel


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