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Gewalt

Antifeminismus als verbindendes Element zwischen extrem rechten, rechtspopulistischen und konservativen Parteien in Deutschland sowie dem reaktionärem Mob.

13.06.2016, Alice Blum

Europa ist in den letzten Jahren immer weiter nach rechts gerückt: Rechte Parteien feiern in Frankreich, Holland, Polen oder Ungarn beachtliche Erfolge. Auch Deutschland erlebt mit dem Erstarken der Alternative für Deutschland (AfD) einen reaktionären Backlash. Doch auch außerhalb parlamentarischer Auseinandersetzungen gewinnen rechtskonservative Haltungen in öffentlichen Diskursen wieder mehr an Bedeutung. Dabei sind es neben migrationspolitischen Positionen vor allem familien- und geschlechterpolitische Themen, die die Gemüter erhitzen. Der Antifeminismus scheint hier als Scharnier zu fungieren, welches unterschiedliche (partei-)politische Spektren miteinander verbindet. Zum ganzen Artikel


Die Anderen und unsere Frauen…

11.01.2016, Tina Habermann und Katrin Schmid

Anhand der Debatte um sexuelle Übergriffe in Köln und Hamburg in der Silvesternacht stellen wir zweierlei heraus: Weder weiße deutsche Männer, die nun über Frauenrechte reden, noch die Polizei sind Bündnispartner in feministischen Kämpfen. Und Deutschland hat als gesamte Gesellschaft ein Sexismus- und ein Rassismusproblem.

Was ist die Situation, worüber reden wir?
Es gab in Hamburg und Köln mehr als hundert Anzeigen von Frauen wegen sexueller Belästigung und Diebstahl. In Hamburg war der Ort der Kiez, in Köln der Bahnhofsvorplatz. Die Frauen berichteten, umkreist, sexuell übergriffig angefasst und bestohlen worden zu sein. In Köln waren rund 1000 Menschen auf dem Platz, von diesen wurden in etwa hundert polizeilich kontrolliert. Wie Täterschaft und kontrollierte Personen zueinander im Verhältnis stehen ist unklar. Die Debatte ging schnell in die Richtung, die kontrollierten Personen hätten „Flüchtlingspapiere“, diese werden für die Täter gehalten, den Tätern wurde eine „nordafrikanische“ Herkunft zugeschrieben. „Die Bundespolizei erfasste an Silvester am Kölner Hauptbahnhof 31 Verdächtige, darunter waren 29 Ausländer: Neben den beiden Deutschen wurden neun algerische, acht marokkanische, vier syrische, fünf iranische, ein irakischer, ein serbischer und ein US-amerikanischer Tatverdächtiger ermittelt. Insgesamt sollen 18 von ihnen Asylbewerber sein“ (http://www1.wdr.de/themen/aktuell/vorfaelle-hauptbahnhof-koeln-fakten-100.html).
Stimmen und Effekte des Diskurses
Trotz der Situation, dass die kontrollierten Personen nicht … Zum ganzen Artikel


„So genau wollten wir das gar nicht wissen“ – Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über Beate Zschäpe

10.03.2015, Charlie Kaufhold

Im Zentrum der Berichterstattung über den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) stand immer wieder Beate Zschäpe: Ihr Aussehen, ihr Kleidungsstil und ihre Vorlieben für Katzen sowie Spekulationen über ihr Liebesleben, über ihr Verhältnis zu Mundlos und Böhnhardt und ihr gemeinsames Alltagsleben im „Untergrund“ schienen dabei jedoch interessanter zu sein als Fragen nach ihrer politischen Sozialisation und ihrer Funktion im NSU. Aber wie kam es dazu? Eine Funktion der vergeschlechtlichten Berichterstattung über Zschäpe ist, mehrheitsgesellschaftliche rassistische Strukturen zu dethematisieren, innerhalb derer der NSU hat handeln können. Eine mehrheitsgesellschaftliche (Mit-)Schuld kann abgewehrt, die eigentlichen Taten und das Leid der Betroffenen in den Hintergrund gerückt werden. Und dieser Mechanismus hat historische Vorläufer… Zum ganzen Artikel


Alternative für Deutschland – Homofeindlich, Heterosexistisch und Antifeministisch

30.06.2014, Lisa Luckschus und Lars-Arne Raffel

Während die ‘Alternative für Deutschland’ (AfD) bei der vergangenen Bundestagswahl knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, hat sie nun mit einem Stimmanteil von sieben Prozent den Sprung in das Europaparlament klar geschafft. Ob die innerlich zerrissene AfD damit eine Stabilisierung erfährt und sich einen festen Platz in der Parteienlandschaft sichern kann, wird sich zeigen… Zum ganzen Artikel


smash it all – smash sexism – Kongressbericht

16.02.2014, smash it all

Im Jahr 2013 wurden viele Diskussionen über Sexismus und sexualisierte Gewalt in den Medien geführt. Dabei kam es selten zu differenzierten Analysen über Herrschaftsverhältnisse, die mit sexualisierter Gewalt verbunden sind. Ein Versäumnis, das wir auch innerhalb der radikalen Linken feststellen, weshalb wir im Juli 2013 den Kongress smash it all_smash sexism zum Themenkomplex Sexismus und sexualisierte Gewalt in der Roten Flora in Hamburg veranstaltet haben. Zum ganzen Artikel


Polizei und Sexismus: Erfahrungen mit den Vertreter*innen der Exekutive

8.04.2012, Jana Ballenthien und Kathrin Ganz

Im Kontakt mit der Polizei müssen Menschen aller Geschlechter unverhältnismäßig häufig sexistische Situationen erleben. Sei es in Fällen, wo eine*r sich Hilfe suchend an die Ordnungshüter auf der Wache wendet oder im Rahmen von Personalienfeststellungen, Ingewahrsamnahmen oder Festnahmen. Wir dokumentieren in diesem Text Erfahrungen, die wir und Freundinnen von uns gemacht haben, und beschreiben die Schwierigkeit innerhalb dieser Situationen zu intervenieren oder im Nachgang einen Umgang damit zu finden. Die Falldarstellungen könnten bei Personen, die ähnliches erlebt haben, möglicherweise triggernd wirken… Zum ganzen Artikel


Zum Konzept der “Täuschung” – Einladung zu queer-feministischen Veranstaltungen in Bremen: „Queer-feministische Debatten, Reflexionen und Interventionen“

19.05.2011, Ines Pohlkamp

Queer-feministische Perspektiven setzen an alltagsweltlichen Erzählungen an und positionieren sich herrschafts- und identitätskritisch. Sie stellen Normalitäten in Frage, fokussieren Brüche und gehen davon aus, dass die Suche nach der einen “Wahrheit” vergeblich ist. Die “Täuschung” ist ein Gegenstück der “Wahrheit”. Das Konzept der “Täuschung” zu dekonstruieren ist wesentlicher Bestandteil queer-feministischer Betrachtungen. Um dies nachvollziehbarer zu machen, möchte ich zu einem gedanklichen Vergleich zweier recht unterschiedlicher alltagsweltlicher Beispiele mit den Elementen “Täuschung”, “Betrug” und “Wahrheit” einladen… Zum ganzen Artikel


„Homosexualität ist heilbar!“ – eine queere Perspektive auf Naturalisierungsstrategien in der Ex-Gay-Bewegung

29.03.2011, Hannah Mietke

Ausgehend von den USA haben sich mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum verschiedene Vereine, Institutionen und Selbsthilfegruppen etabliert, die annehmen, Homosexualität sei eine psychische Krankheit, die „geheilt“ werden kann und sollte. Sie bieten Therapien, Beratungen und Fortbildungen zu dem Thema an, es wird geforscht, publiziert und dieses spezifische Wissen wird u.a. auf Tagungen und Kongressen verbreitet. Hier sollen die Thesen der Bewegung kurz skizziert und anschließend kritisiert werden, indem aus einer queer-theoretisch inspirierten Perspektive heraus die Naturalisierungstechniken aufgezeigt werden, mit denen Heteronormativität stabilisiert wird… Zum ganzen Artikel


‘Hottentot Venus’ oder: Fetischismus als Wissenschaftspraxis

23.09.2009, Sabine Ritter

Emanzipatorische Wissenschaft hat die Aufgabe, soziale Verhältnisse zu analysieren und zu dekonstruieren. Aber auch Gesellschaftskritik ist in historischen und aktuellen Diskursen verankert und bedarf, will sie ihr Potential ausschöpfen, kontinuierlicher Reflexivität. Deren Fehlen hat sich im Fall der postkolonialen Rekonstruktionen einer zum anthropologischen Forschungsobjekt des 19. Jahrhunderts diskriminierten Frau als Auslöser eines veritablen ‘race-and-gender-bias’ erwiesen: im Bemühen, die Geschichte der sogenannten ‘Hottentot Venus’ als Beispiel kolonialen Unrechts und Missbrauchs zu thematisieren, werden sexistische und rassistische Stereotype reproduziert. Darüber hinaus erschafft die reduktionistische Sicht auf das Phänomen ‘Hottentottenvenus’ eine neuartig fetischisierende Eindimensionalität… Zum ganzen Artikel


Gewalt gegen Frauen – Vom beherzten Eingreifen und seinen Folgen

9.07.2008, Melanie Groß

In der Nacht von Samstag auf Sonntag am vergangenen Wochenende griff ein Mann seine Freundin auf einer Straße in Hamburg an, würgte und schlug sie. Es eilten Menschen zu Hilfe und wehrten den Mann mit Reizgas ab. Dieser ging in seine Wohnung und bewaffnete sich mit zwei Messern. Als er mit diesen wieder auf der Straße erschien, riefen PassantInnen die Polizei. Zwei Funkstreifen kamen, um einzugreifen. Diese Geschichte könnte hier enden und das Gefühl hinterlassen, dass Menschen eingreifen, wenn Frauen von Lebensgefährten, Ex-Freunden oder Ehemännern angegriffen werden. Sie könnte Mut machen. Aber leider ist sie nur zur Hälfte erzählt, denn diese Szene spielte sich vor dem Autonomen Zentrum Rote Flora ab und die Eskalation nahm ihren Lauf. Es wurde eine Geschichte von Repression gegen ein linkes Zentrum und von Bagatellisierung von Gewalt gegen Frauen… Zum ganzen Artikel


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Über Anregungen, Kritiken und andere Positionen freuen wir uns jederzeit: info[at]feministisches-institut.de


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