Navigation




Arbeit

Mit Smartphone und Tablet auf dem Spielplatz – wird Care-Arbeit durch die Digitalisierung (un-)sichtbarer?

13.01.2018, Tanja Carstensen

Die Digitalisierung ist ohne Zweifel eine die Gesellschaft gegenwärtig massiv prägende Entwicklung. Insbesondere die Veränderungen im Bereich der Erwerbsarbeit stehen dabei zurzeit im Zentrum des öffentlichen, medialen, ökonomischen und politischen Interesses. Digitale und mobile Technologien prägen die Arbeitsbedingungen und verändern u.a. die Grundlagen für die Gestaltung von Arbeitszeiten, Arbeitsorten, Arbeitsformen und Arbeitsorganisation. Neue Technologien bieten zudem immer auch Möglichkeiten, Geschlechterverhältnisse neu zu verhandeln. Bietet die Digitalisierung damit auch neue Möglichkeiten, Erwerbsarbeitsanforderungen und Sorgeverpflichtungen besser zu vereinbaren?… Zum ganzen Artikel


Arbeitskämpfe in Care-Bereichen – zwischen Genderideologien und feministischer Orientierung

7.09.2017, Anna-Carina Friedrich

Die Arbeitskämpfe der Krankenpfleger_innen an der Berliner Charité zwischen 2011 und 2015 und der bundesweite Kita-Streik von 2009 haben in Bereichen traditionell weiblicher Erwerbsarbeit stattgefunden. Schließlich arbeiten in der Pflege circa 86% (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2011:8) und im Erziehungswesen circa 95% Frauen (vgl. ebd. 2016:10). Diese Care-Arbeit ist weiblich konnotiert und wird Frauen zugeordnet. Sowohl der Krankenpflegeberuf als auch der Erziehungsberuf werden niedrig entlohnt und unterliegen einer starken Arbeitsbelastung. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit den genannten Arbeitskämpfen auf der Grundlage bestehender wissenschaftlicher Literatur befasst. Mich hat interessiert, inwiefern während dieser beiden Streiks die bestehenden Geschlechterverhältnisse neu verhandelt und die daraus resultierende geschlechtsspezifische Ungleichheit zumindest in Ansätzen überwunden werden konnten. Dieser Frage gehe ich in den folgenden Abschnitten anhand der sechs Kriterien von Artus/Pflüger nach, mit denen die Autorinnen erste Ansatzpunkte einer gendersensiblen Analyse von Arbeitskämpfen entwickelt haben (vgl. Artus/Pflüger 2015:101-105). Anschließend stelle ich einige Überlegungen an, was notwendig wäre, um zu tatsächlich feministisch orientierten Arbeitskämpfen zu gelangen, die zum Aufbrechen der Geschlechterverhältnisse beitragen und der Sichtbarmachung und dem Einbezug von Sorgearbeit im umfassenden Sinne gerecht werden… Zum ganzen Artikel


Triple-Win durch die Anwerbung vietnamesischer Krankenpfleger*innen?

30.05.2017, Katharina Lipowsky

Der eklatante Personalmangel in der (stationären) Altenpflege in Deutschland hat seit einigen Jahren neue Formen der formellen Anwerbung von Krankenpfleger*innen im Globalen Süden etabliert. Von staatlicher Seite wird im Kontext dieser Anwerbungen ein sogenannter Triple-Win-Effekt propagiert – ein Konzept, das eine Gewinnsituation für Aufnahmeländer, Herkunftsländer und die migrierenden Fachkräfte verspricht. Durch zirkuläre Migration könnten neben Arbeitsmarktpolitik auch entwicklungspolitische Ziele im Herkunftsland realisiert werden. Durch einen feministischen Zugang zu der Thematik und in der Auseinandersetzung mit der Perspektive vietnamesischer Krankenpfleger*innen, die ich im Rahmen meiner Masterarbeit durch Interviews erhoben habe, wird jedoch ein differenzierteres Bild der neuen Rekrutierungsstrategien sichtbar. Zum ganzen Artikel


Sexarbeit – das Tabu des konservativen Feminismus

15.03.2016, Kathrin Schrader

oder warum haben manche Feminist_innen Probleme mit Sexarbeit, wenn Sie doch Carearbeit als zwingend notwendig erachten?
Der folgende Text ist das Manuskript des Vortrags auf dem Sexarbeitskongress an der HAW (2.-4. März 2016). Im Vortrag habe ich mich den folgenden 5 Thesen gewidmet und einen Vorschlag unterbreitet:
1. Sexarbeit ist feministisch, aber Feminismus ist manchmal paternalistisch.
2. Sexarbeit ist ein Teil von Carearbeit.
3. Care- und Sexarbeit sind Dienstleistungen in kapitalistischen Verwertungsprozessen.
4. In einer freien Gesellschaft wird es Carearbeit und damit auch Sexarbeit geben.
5. Sexarbeit als Zwang oder bezahlte Vergewaltigung zu bezeichnen, ist zutiefst unfeministisch.

In der von mir sehr geschätzten queerfeministischen Zeitschrift Missy Magazin vom Dezember 2015 wurden folgende Fragen gestellt: Was haben Sexarbeiter_innen und Geflüchtete gemeinsam? Vielleicht sind es miserable Lebensbedingungen, die durch die geltende Gesetzeslage geschaffen werden oder die Bevormundungen durch Privilegierte, wie z. B. weiße Feminist_innen mit Helfer_innensyndrom? Ich würde die Fragen bejahen und dies im Folgenden durch die 5 Thesen begründen.
1. Sexarbeit ist feministisch, aber Feminismus ist manchmal paternalistisch
1971 bekennen sich mutige Frauen im „stern“, dass sie abgetrieben haben. Sie legen damit das Fundament für eine Initiative, die unter dem Slogan „Mein Bauch gehört mir“ bekannt wurde, und beginnen damit einen langen Kampf für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen.
2013 … Zum ganzen Artikel


Statement zur aktuellen Diskussion um Sexarbeit vom AK Reproduktion und dem Feministische Institut Hamburg

20.01.2015, AK Reproduktion und Feministisches Institut Hamburg

Aktuell wird im Bundestag über die Novellierung des 2002 verabschiedeten Prostitutionsgesetzes beraten. In der öffentlichen Diskussion darum wird häufig ein generelles Verbot von Sexarbeit gefordert – von Seiten der Regierungsparteien, aber auch von links-feministischen Kreisen. Letztere erhoffen sich davon unter anderem eine Schwächung patriarchaler Verhältnisse. Statt gesellschaftliche Strukturen in den Blick zu nehmen und herrschende Geschlechterverhältnisse anzugreifen, würde ein Prostitutionsverbot jedoch in erster Linie die Situation vieler Frauen in der Sexarbeit verschlechtern. Zudem würden feministische Erfolge – z.B. ein selbstbewusstes Ringen um anständige Arbeitsverhältnisse und Gesundheitsschutz – untergraben. Es handelt sich bei der Forderung um ein generelles Verbot von Sexarbeit also um Symbolpolitik, die außerdem wertkonservative Vorstellungen von Sexualität befördert. Diese Debatte und die mit ins Feld getragenen Argumente gehen uns alle an. Der Arbeitskreis Reproduktion und das Feministische Institut Hamburg halten es vor diesem Hintergrund für dringend notwendig, der Diskussion andere Argumente entgegenzusetzen.

Sexarbeit galt jahrhundertelang als sittenwidrig. Sexarbeiter_innen wurden und werden ins gesellschaftliche Abseits gedrängt, verfolgt, vergewaltigt und für ihren Job umgebracht. Auch in der BRD hatten sie kaum Rechte. Das hat sich erst 2002 durch das von der rot-grünen Bundesregierung verabschiedete Prostitutionsgesetz (ProstG) etwas verbessert. Seitdem sind die Vereinbarungen zwischen Prostituierten und ihren Kund_innenen nicht länger … Zum ganzen Artikel


Zur Situation von Arbeitsmigrantinnen in Südspanien. Am Beispiel marokkanischer Frauen in der Erdbeerernte in Huelva.

12.05.2014, Laura-Solmaz Litschel

Es ist kein Novum, dass die Situation der Arbeitsmigrantinnen in der Gemüseproduktion Südspaniens katastrophal ist. Die in den letzten Jahren betriebene Politik der Legalisierung hat die Situation zwar verändert, jedoch nicht zum Guten. Die Erdbeerernte in Huelva ist ein Beispiel für das von der EU geförderte Konzept der kontrollierten ‘zirkulären’ Frauenarbeitsmigration in dem die Rückreise schon im Vertrag mit inbegriffen ist. Wer das ganze Jahr über billige Erdbeeren im Supermarkt kauft, sollte sich im Klaren sein, welche sexistischen Bedingungen mit der Produktion einhergehen. Ein Bericht zur Situation in Huelva. Zum ganzen Artikel


Unterstützung für Care-Arbeitende – Fehlanzeige im CDU/SPD-Koalitionsvertrag

14.12.2013, Gabriele Winker

Seit vielen Jahren erleben immer mehr Menschen in der BRD, dass die gestiegenen Anforderungen der Erwerbsarbeit bei gleichzeitig zunehmender Sorgearbeit für Kinder und unterstützungsbedürftige Angehörige wenig Zeit für Selbstsorge und schon gar keine Zeit für Muße lassen. Die Gründe sind hinlänglich bekannt: Im neoliberalen System sollen sowohl alle erwerbsfähigen Personen möglichst in Vollzeit berufstätig sein, um sich auch fürs Alter eine Absicherung zu erarbeiten, gleichzeitig aber auch jenseits dieser Berufstätigkeit immer mehr Verantwortung für ihre eigene Bildung und Gesundheit sowie für das Aufwachsen ihrer Kinder und die Pflege von Angehörigen übernehmen. Das kann nur zu enormer Überbelastung und Zeitstress führen. Doch im Koalitionsvertrag steht weder die unentlohnte Care-Arbeit, die meist in Familien, insbesondere von Frauen, ausgeführt wird, noch die entlohnte Care-Arbeit in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen im Zentrum. Im Koalitionsvertrag ist fast ausschließlich von den wirtschaftlichen Aktivitäten jenseits der Care-Arbeit die Rede, da dort die Mehrwertproduktion realisiert wird. Care-Arbeit ist zwar zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendig und hat mehr als den doppelten Umfang, verglichen mit allen anderen wirtschaftlichen Aktivitäten zusammengenommen, soll aber im Sinne der Gewinnmaximierung möglichst wenig kosten. Hier ist eine Care-Bewegung gefordert, die an Kraft und Sichtbarkeit gewinnen muss… Zum ganzen Artikel


Professionalisierung der Pflegeberufe durch Stärkung der Care-Potentiale

10.07.2013, Sandra Mehmecke

Welche Professionalisierungsstrategie für Pflegeberufe ist vernünftig? Diese Frage kann zwei Jahrzehnte nach Etablierung zahlreicher Pflegestudiengänge als zentrale Herausforderung der Pflegepraktiker_innen und -wissenschaftler_innen in Deutschland gesehen werden. Die bisher nahezu unkritische Anpassung an die Ökonomisierung führt nicht zu einer Professionalisierung der Pflegeberufe, sondern zu einer Abwertung des professionellen Pflegehandelns. Mit diesem vorherrschenden Professionsverständnis geht ein Schwinden des „Typisch Pflegerischen“ einher, worunter die interaktiven, sprechenden und berührenden Pflegeleistungen zu verstehen sind, die schwer operationalisierbar sind. Im Folgenden plädiere ich für die Stärkung dieser Care-Potentiale. Zum ganzen Artikel


Zwischen Marginalisierung und Selbstermächtigung: Perspektiven auf Frauen-Migration am Beispiel indonesischer und koreanischer Krankenschwestern

10.06.2013, Laura-Solmaz Litschel

Der mehrheitsgesellschaftliche Diskurs um die sogenannte ‘Gastarbeiter-Ära’ der sechziger bis achtziger Jahre, suggeriert eine patriarchal-strukturierte Migration: Männer migrieren, Frauen und Kinder folgen. Durch diese Konnotation wird die Selbstbestimmung vieler Frauen marginalisiert, da sie historisch als ‘Nachfolge-Migration’ stigmatisiert wird. Tatsächlich kamen aber viele qualifizierte Arbeitnehmerinnen aus eigenem Antrieb in die Bundesrepublik. Die Migration von Krankenschwestern aus Indonesien und Südkorea ist ein gutes Beispiel für die Tradition qualifizierter Frauen-Migration in die Bundesrepublik, eine Tatsache, der bislang kein Platz im historischen Gedächtnis des Landes zukommt… Zum ganzen Artikel


Ist Reproduktionsarbeit wertproduzierende Arbeit?

14.05.2013, Stefan Paulus

Inwiefern Reproduktionsarbeit in den Wertbildungsprozess eingeht, war ein wesentlicher Streitpunkt in der sogenannten Hausarbeitsdebatte: die Diskussion um den „richtigen“ Anschluss an die Marxsche Theorie. Die in den 1960er Jahren gestellte Frage hat auch heute nichts an Aktualität eingebüßt und wird derzeit wieder aus unterschiedlichen Perspektiven und theoretischen Zugängen diskutiert. Meine Studie „Hausarbeitsdebatte Revisited. Zur Arbeitswerttheorie von Haus- und Reproduktionsarbeit“ widmet sich der Hausarbeitsdebatte und stellt verschiedene Antworten auf die oben gestellte Frage dar. Im Folgenden Artikel möchte ich jedoch weniger auf die unterschiedlichen Perspektiven eingehen, sondern ein Schlaglicht auf diese Frage im Anschluss an die Marxsche Werttheorie skizzieren… Zum ganzen Artikel


Older Posts »

Weitere Themen

Geflüchtete Frauen protestieren – Offener Brief

Immer wieder werden unzumutbare Verhältnisse in Flüchtlingsunterkünften öffentlich. Menschen, die nach einer Flucht in Deutschland landen, werden häufig in unzumutbare Unterkünfte verwiesen. Lärm, Enge, fehlende Privatsphäre und problematische hygienische Verhältnisse aufgrund von Überbelegungen gehören zum Alltag in diesen... mehr

Es geht aufwärts?! Das Elterngeld für Erwerbslose wird gestrichen – Stellungnahme des Instituts für nachhaltige Entwicklung e.V.

Das Elterngeld für Erwerbslose wird gestrichen. Damit werden nicht nur wichtige Sozialleistungen gekürzt, sondern auch diverse Trends, die im gesellschaftlichen Mainstream existieren, weiter vorangetrieben. Es geht unter anderem darum, das neoliberale Arbeitsmarktparadigma “Fördern und fordern” noch klarer und... mehr

Über Anregungen, Kritiken und andere Positionen freuen wir uns jederzeit: info[at]feministisches-institut.de


Feministisches Institut Hamburg