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Arbeit

„Ich bin nicht arbeitslos.“ Aktivierung? Nein danke! ALG II-beziehende Ehefrauen mit Kinderbetreuungsverpflichtungen im Widerstand?

20.01.2010, Kathrin Englert

Mit der Einführung der Hartz IV-Gesetzgebung (SGB II) werden Ehefrauen als Aktivierungskundinnen entdeckt. Als solche erfahren sie eine Nicht-(mehr)-Duldung ihrer Mutterrolle im Rahmen des Ernährermodells und werden stattdessen zu einer Erwerbsarbeitsaufnahme mobilisiert. Damit greift das SGB II die zentrale feministische Forderung nach einer gleichberechtigten Erwerbsintegration von Frauen auf. Doch kann dies angesichts der großen Zumutungen und strengen Verhaltensnormen, die mit dem ALG II-Bezug verbunden sind, aus einer feministischen Sicht positiv bewertet werden? Und ist dann eine Verweigerung der Erwerbsaufnahme von Seiten der Ehefrauen aus feministischer Sicht zu kritisieren oder als eine Form von Widerstand zu begrüßen?.. Zum ganzen Artikel


Care Revolution – ein Weg aus der Reproduktionskrise

16.12.2009, Gabriele Winker

Sorgearbeit für sich und Andere ist von enormer Bedeutung sowohl für das umsorgte Individuum als auch für eine menschenwürdige Gesellschaft – das ist allgemeiner Konsens. Auch dass die privat zu organisierende Sorgearbeit zunimmt, wenn wie derzeit die staatlich abgesicherte Versorgung aus Kostengründen eingespart wird, ist weitgehend unumstritten. Dennoch wird die Frage, wer Sorgearbeit in Zeiten allseits geforderter Erwerbstätigkeit übernehmen soll, im politischen Raum weder aufgeworfen noch beantwortet. Dies hat zur Folge, dass viele Menschen, insbesondere Frauen mit Sorgeverpflichtungen gegenüber Kindern, Pflegebedürftigen oder anderen unterstützungsbedürftigen Personen, gezwungen sind, Sorgearbeit oft am Rande der vollständigen Überbeanspruchung tagtäglich neben der eigenen Berufstätigkeit auszuführen. Mit einem Aufruf zur Care Revolution möchte ich das strategische Schweigen durchbrechen und dazu auffordern, Sorgearbeit in ihrer Bedeutung und Gestaltung gesellschaftlich neu zu diskutieren. Ziel soll es sein, gerade den Sorgearbeitenden Muße bei gleichzeitiger sozialer Sicherheit zu ermöglichen, anstatt sie weiterhin einer Doppelbelastung und fehlender sozialer Absicherung auszusetzen. … Zum ganzen Artikel


Arbeitende Frauen vereinigt Euch!

21.11.2009, Kathrin Schrader

Der französische Soziologe Michel Foucault plädiert in unterschiedlichen Texten und Gesprächen – u.a. in „Von der Freundschaft als Lebensweise“ mit Renè de Cecatty, Jean Danet und Jean Le Bitoux sowie in „Geschichte und Homosexualität“, welches er mit J.P. Joecker, M. Querd, A. Sanzio führte – dafür, schwul zu werden bzw. daraufhin zu arbeiten. Es geht ihm dabei nicht darum, dass man homosexuell sein muss, sondern „ sich in eine Dimension zu versetzen, in der die sexuellen Entscheidungen, die man fällt, immer gegenwärtig sind und unser ganzes Leben beeinflussen.“ Mit diesen sexuellen Entscheidungen sollen nicht normative Lebensweisen geschaffen werden. Schwul zu sein durchdringt das gesamte Leben. Es geht ihm darum, vorgefertigte Lebensweisen abzulehnen und die Sexualität dafür zu verwenden, neue Beziehungsformen zu erfinden. „Schwul zu sein heißt im Werden zu sein.“… Zum ganzen Artikel


Work-Life-Balance als Antwort auf die schöne neue Welt?

6.02.2008, Stefan Paulus

…ultraflexible Arbeitsformen, dezentralisierte Arbeitsplätze, Privatisierung und Rationalisierung; das Auslagern von Funktionen und Dienstleistungen an Subunternehmen, MitarbeiterInnen, die sich selbst für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich fühlen sollen, die neoliberale Losung “Arbeit, Arbeit, Arbeit”, das Bedürfnis einer Wirtschaftsweise für stetigen Wachstum über die ganze Erdkugel zu jagen und die billigsten Standorte und Arbeitskräfte zu finden… All das sind Formen einer kapitalistischen Verwertungsstrategie, die darauf abzielt Ausbeutungsbedingungen zu verschärfen und sozialstaatliche Sicherungen aufzulösen. Die Vereinbarkeit von Leben und Arbeit scheint außer Kontrolle geraten zu sein. Work-Life-Balance Konzepte versprechen Abhilfe… Zum ganzen Artikel


Die Hürden der Organisierung – Workshop zu kollektiven Handlungsmöglichkeiten migrantischer Hausarbeiterinnen

4.12.2007, Iris Nowak

Bezahlte Hausarbeit, sei es Putzen, Pflegearbeit oder Kinderhüten, ist für Frauen, die in der Migration leben, einer der wichtigsten Arbeitsmärkte. Ihre prekäre Lebens- und Arbeitssituation wird zunehmend Thema in manchen Massenmedien und wissenschaftlichen Kontexten. Auffallend ist dabei, dass kaum über kollektive Handlungsmöglichkeiten berichtet wird, mit denen die Frauen für ihre Rechte kämpfen (können). Der Workshop “Organisierung zwischen Autonomie und Pflegenotstand”, der im September 2007 in Hamburg stattfand, wollte diese Leerstelle füllen. Das überraschend große Interesse an dem Workshop – etwa 60 Personen nahmen daran teil – lässt darauf schließen, dass an solchen Diskussionen über Organisierung, die Fragen nach Migration und Geschlecht als Ausgangspunkt nehmen, ein großer Bedarf besteht… Zum ganzen Artikel


Ein Plädoyer für die Achtung von Alterität und Destigmatisierung in der Sexarbeit

4.04.2007, Kathrin Schrader

Prostitution ist in Deutschland – trotz gesellschaftlicher Umbrüche – auch weiterhin mit Stigmata behaftet. Diese klandestine Welt scheint reizvoll und hinterfragt gleichzeitig die Tabus im Umgang mit Sexualität und Körper. Die Einführung des Prostitutionsgesetzes im Januar 2002 sollte die Situation der SexarbeiterInnen verbessern. Bislang wurden jedoch keine großen Erfolge verzeichnet, weil einerseits die dichotomen Gegenüberstellungen von Selbstbestimmung, Freiwilligkeit, positiver und negativer Freiheit versus Abhängigkeit, Zwang und sexuelle Ausbeutung der Komplexität von Prostitution nicht gerecht werden und andererseits die Verschränkungen verschiedener Gesetzgebungen zu neuer Marginalisierung führt. Es ist erforderlich die Heterogenität der Sexarbeit aufzuzeigen und auch die Marginalisierten entlang der Achse des Prostitutionsgesetzes sichtbar zu machen. Zum ganzen Artikel


Das bedingungslose Grundeinkommen – eine feministische Perspektive ?!

28.01.2007, Gabriele Winker

Derzeit gewinnt die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen in der politischen Arena an Bedeutung. Allerdings ist auffallend, dass sich FeministInnen nur selten und zögerlich zum bedingungslosen Grundeinkommen äußern. Ist ein Grund für diese Zurückhaltung die Angst, damit einmal mehr zurück an Heim und Herd gedrängt zu werden, gerade jetzt, wo Frauen sich gute Berufchancen angesichts ihrer hohen Bildung versprechen? Oder steht die Forderung nach dem Ausbau gesellschaftlich organisierter Sozial- und Bildungsbereiche so stark im Zentrum, dass daneben ein individualisiertes Grundeinkommen keinen Platz hat? Diese Fragen sind angesichts des feministischen Schweigens nicht abschließend zu beantworten. Stattdessen möchte ich hier verdeutlichen, wie FeministInnen die Debatte für ein bedingungsloses Grundeinkommen erweitern und vertiefen können… Zum ganzen Artikel



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