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Sozialpolitik

Die Revolution frisst ihre Kinder

04.11.2013, Wiegand Grafe

Was für ein machtvoller Gegenschlag. Neunzig Prominente und eine Vielzahl von meist akademisch gebildeten ErstunterzeichnerInnen unterstützen einen restaurativen Appell der Zeitschrift „Emma“ gegen den Versuch von Sexarbeiterinnen an den Erfolgen der sexuellen Revolution teilzuhaben. Der Wortlaut und die Liste der UnterstützerInnen ist unter http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2013/novemberdezember-2013/appell-gegen-prostitution/ zu finden.


Der Aufruf richtet sich gegen das 2002 in Kraft getretene Prostitutionsgesetz, dass die rechtliche Stellung von sexuellen Dienstleistungen regelt, um die Situation der SexarbeiterInnen zu verbessern. Damit wurde offensichtlich das Maß an Freiheit überschritten, das einer Minderheit zugestanden werden kann, die sich notorisch anders verhält als es die emanzipativen VorkämpferInnen für richtig halten. Dem muss mit Macht entgegengetreten werden. Die Gewissheit mit diesem Appell auf der moralisch richtigen Seite zu stehen, hat offensichtlich dazu geführt, dass die Autorinnen nicht einmal ansatzweise versucht haben, mit ihrer Argumentation der komplexen Realität gerecht zu werden. Der Aufruf ist ein Muster der Demagogie, in dem allgemein bekannte Begriffe, gesellschaftskompatible Meinungen, notwendige Forderungen und unhaltbaren Positionen so geschickt zu einem moralischen Postulat verwoben werden, dass offensichtlich selbst gestandene WissenschaftlerInnen den Überblick verloren haben und sich nicht mehr fragen, was eigentlich Sklaverei und Menschenhandel mit der juristischen Akzeptanz von Sexarbeit zu tun haben. Wenn dann noch die BefürworterInnen der aktuellen Gesetzgebung als LobbyistInnen der Frauenhändler und sogenannte „freiwilligen“ Prostituierte diffamiert werden und der Drogen- und Waffenhandel zum Vergleich herangezogen wird, ist die sittliche Empörung so groß, dass man eigentlich nur noch unterschreiben kann. Dabei haben die AktivistInnen offensichtlich vergessen, dass die hohen Profitraten in den erwähnten Geschäftsfeldern nur in der Illegalität erzielt werden und wir bald vom Gedanken der Arbeitsteilung Abschied nehmen müssten, wenn wir jeden Beruf kriminalisieren wollten, in dessen Umfeld Ausbeutung, Menschenverachtung und Verbrechen anzutreffen sind.

Es ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl der UnterzeichnerInnen keine Erfahrung mit Sexarbeit haben (weder als DienstleisterIn noch als KundIn) und sie ihr Wissen zu diesem Thema nur aus den aktuellen medialen Erzählungen über Prostitution beziehen, die mit der Realität mutmaßlich so viel zu tun haben, wie Arztromane mit der Tätigkeit im Gesundheitswesen oder eine Tatort-Folge mit Polizeiarbeit.

Trotzdem fühlen sie sich berufen mit ihrem Votum massive in das Leben anderer Menschen einzugreifen, ohne die Folgen abschätzen zu können. Wenn sich ein Mensch aus Not entschließt eine sexuelle Dienstleistung anzubieten, dann sollte jede Form von rechtsstaatlichem Schutz begrüßt und nicht bekämpft werden. War es eine freiwillige Entscheidung, ist diese zu akzeptieren und nicht durch Rechtsunsicherheit zu hinterfragen. Wird ein Gesetz von Verbrechern missbraucht, dann ist der Missbrauch und nicht das Gesetz zu bekämpfen. Wem schon diese einfachen Zusammenhänge zu unübersichtlich geworden sind, der sollte sich nicht mehr in gesellschaftliche Entscheidungen einmischen, unabhängig davon wie groß sein „Promifaktor“, seine wissenschaftliche Reputation oder wie bedeutend sein politisches Amt ist. Da hilft es auch nichts, sich auf revolutionäre Errungenschaften zu berufen, selbst wenn diese ohne Frage begründet sind.

1971 bekennen sich mutige Frauen im „stern“, dass sie abgetrieben haben. Sie legen damit das Fundament für eine Initiative, die unter dem Slogan „Mein Bauch gehört mir“ die Selbstbestimmung über ihre Körper zurück fordert und beginnen eine langen Kampf für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Aktivistinnen stellen sich einer empörten Mehrheit entgegen, die den Abbruch für ein Verbrechen hält, ihn als „Abtreibung“ bezeichnet und von Mord am ungeborenen Leben spricht. Die mutigen Frauen und ihre UnterstützerInne wissen, dass sie mit ihrer Forderung das Rechtsgut der Selbstbestimmung der Frau über die religiös geprägte Unversehrtheit des beginnenden Lebens stellen. Eines ihrer wichtigsten Nebenargument für eine Legalisierung, war es, dass ein Schwangerschaftsabbruch der illegal durchgeführt wird, die Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Frau erheblich vergrößert, aber das die Not in der sich Frauen für diesen Schritt entscheiden durch kein Verbot kompensiert werden kann. Sie haben, gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse und in bester Tradition der Aufklärung die Diskussion aus der religiösen Umklammerung befreit und erreicht, dass die Mehrheit der Gesellschaft eine erfolgreiche Befruchtung nicht mehr als beginnendes Leben überhöht.

2013 fühlt sich die vormalige Avantgarde der sexuellen Revolution berufen, den mutigen Frauen, die seit langer Zeit eine Legalisierung der Sexarbeit fordern, entgegenzutreten und für sich den Anspruch zu erheben, über den Körper von SexarbeiterInnen zu bestimmen. Hier ließe sich die Parole „Dein Körper gehört uns“ medienwirksam einsetzen. Die jetzt als Kader der Emanzipation agierenden AktivistInnen machen sich zum Sprachrohr einer moralisierenden Mehrheit, die Sexarbeit für Widernatürlich hält, sie als „Prostitution“ bezeichnet und sich gekauften Sex nur als Akt von Zwang und Gewalt vorstellen kann. Zusammen mit den Unterzeichnerinnen fordern sie die erneute Kriminalisierung von sexueller Dienstleistung, um ihre Vorstellung von Moral und Geschlechtergleichheit Geltung zu verschaffen. Sie wollen mit ihrem Vorstoß das Verbrechen des Menschenhandels eindämmen und nehmen dabei billigend in Kauf, dass die Entrechtung und die Gefahr für die DienstleisterInnen erheblich zunehmen, wenn Sexarbeit nur noch in der Illegalität praktiziert werden kann. Getragen von ihrer quasi-religiösen Gewissheit versuchen sie die Mehrheit der Gesellschaft zu beeinflussen, um eine zukunftsweisende Gesetzgebung abzuschaffen, Sexarbeit wie früher zu verdammen und das sexuelle Proletariat in die Schranken zu weisen.
Die RevolutionärInnen sind nach ihrem Marsch durch die Institutionen nunmehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen, haben es sich bequem gemacht und richten von dort über die Akzeptanz anderer Lebensentwürfe. Aus dieser Position heraus ist es unvorstellbar, dass sich jemand für einen Job in der sexuellen Dienstleistung entscheidet, denn wer sich prostituieren will, kann doch JournalistIn, WissenschaftlerIn, SchauspielerIn oder PolitikerIn werden.

Wer diese ungleich verteilte gesellschaftlicher Teilhabe nicht akzeptieren will, kann hier den Appell für Prostitution unterzeichnen und die mutigen Frauen von 2013 unterstützen.


30 Kommentare »

  1. LiebeR Wiegand Grafe,
    vielen Dank für Ihren Artikel – er hat die Aktionen von Alice Schwanrzer und Unterstütrzer_innen so wunderbar auf den Punkt gebracht, dass ich mich freue, wenn Sie ihn an alle Unterstützer_innen schicken.
    Ich selber arbeite in einem Berliner Gesundheitsamt mit Sexarbeiterinnen und wünsche mir mehr solch guter öffentlicher Stellungnahmen, danke.
    mit freundlichen Grüßen
    Wiltrud Schenk

    Comment by Wiltrud Schenk — 05.11.2013 um 16:11

  2. Wunderbar pointierte Analyse der Stiuation. Chapeau! Dieser Artikel spricht mir aus tiefstem herzen und zeigt detulich, dass aus avantgardistischen Vorkämpfer_inn_en durchaus bourgeoise Reaktivist_inn_en werden können.

    Comment by Gerhard Peters — 05.11.2013 um 16:39

  3. Wen wunderts, mich jedenfalls nicht, und was die “Prominenten” angeht, ja mei, deren Stimme zählt wohl mehr als die der anderen Bürger oder wie?

    Wär ja mal was ganz neues, wenn man sich die Liste derer ansieht die da bei EMMA unterzeichnet haben sieht man doch ganz klar woher der Wind weht, es geht um die eigene Image Pflege, denn es kommt halt gar nicht gut wenn man als “Prominenter” etwas anderes unterstützt als das was andere “Prominente” gut heissen, denn man hängt ja an seinem Job als “Prominenter” und will ja zukünftig nicht ausgeschlossen werden oder gar geächtet.

    Würde man die ganzen Prominenten und sonstigen Akademiker die halt wegen ihres Images ihre Stimme der EMMA Umfrage geben von der Liste abziehen wär da nicht mehr viel drauf, denn es hier gehts wirklich nur um die Image Pflege und nicht darum das man diejenigen schützt die eben Sexwork machen, weil sie sonst nix zum beissen haben.

    Man sollte diejenigen schützen und fördern die so etwas machen müssen oder gar wollen und es nicht verbieten, wo führt das denn in Zukunft hin? Wenn man jetzt schon anfängt Sexwork zu verbieten?

    Mal davon abgesehen würds dann auch kein Sexprogramm mehr geben das sich doch der eine und andere Prominente gern mal reinzieht, aber natürlich nie dazu stehen würde, weils ja verpönt ist.

    Für mich ist die EMMA Umfrage um die Schwarzer ne pure Farce und mal wieder ein klassischer Zweck der Selbstbeweihräucherung um mal wieder grossartig mit weisser Weste in den Medien stehen zu können.

    Diejenigen die es betrifft, bleiben dann natürlich auf der Strecke, aber des ist ja heutzutage für Deutschland normal, nicht?

    Echt schlimm, welch Rückgratlose Molche sich heutzutage prominent nennen dürfen.

    Gruss aus München
    Xanthia

    Comment by Xanthia — 05.11.2013 um 16:55

  4. Das Anliegen von Emma ist unseriös; das ergibt sich schon aus der Wortwahl: Es gibt weder Frauenkäufer noch einen Menschenmarkt; jedenfalls nicht als Freier – diejenigen nennt man Menschenhändler und belegt sie nicht nur mit Geldstrafen. Normalerweise wird in der feministischen Ecke so viel Wert auf “gerechte Sprache” gelegt. Diese Aktion lässt den wahren Kern erkennen, der niemandem gefallen kann. “Deregulierung von Frauenhandel” – die haben schlicht und ergreifend den Schuss nicht gehört.

    Auch deshalb ist die naheliegende Annahme zur Motivation nicht Ehrlichkeit (Schutz der Frauen), sondern Heuchelei. Ginge es um Schutz, wären viele Maßnahmen vorstellbar, die nicht nur schnell echte Verbesserung brächten, sondern auch allgemein akzeptiert wären: Es passt nicht in das Weltbild der Unseriösen, aber die normalen Freier (die 99%) haben kein Interesse an der Existenz von Zwangsprostitution.

    Ein freiheitlicher Rechtsstaat lebt vom Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Eine freiheitseinschränkende Maßnahme ist nur dann zulässig, wenn es kein milderes Mittel gibt, denselben Zweck zu erreichen. Und wenn das mildere Mittel problemlos ausprobiert werden kann, reicht es nicht aus zu glauben (oder zu behaupten), dass es nicht in der gewünschten Weise wirke. Natürlich darf der Erfolgsnachteil zum Verbot nicht beliebig klein sein: Wir reden hier über massive Grundrechtseingriffe – auf beiden Seiten. Sexualität ist einer der Kernaspekte des Menschseins. Niemand hat einen “Anspruch auf Sex” (noch so eine beliebte Lüge der angeblichen Sprachkorrekten), aber jemandem Sexualität zu verweigern, die ihm (im guten Sinn) angeboten wird, ist eine sehr große Keule.

    Man kann also vernünftigerweise nur annehmen, dass der Schutz der Frauen ein vorgeschobenes Ziel ist und es in Wirklichkeit primär darum geht, dass die Kompromisslosen sich durch ein Verbot besser fühlen würden. Nur dann ergibt auch die Einseitigkeit der Forderungen Sinn: Die Situation darf auf keinen Fall besser werden, denn ohne schlechte Prostitution kriegt man die gute nie verboten.

    Comment by Hauke Laging — 06.11.2013 um 05:44

  5. Danke für diesen Artikel. Dass es EMMA und den Prominenten nicht um den Schutz von Sexarbeiterinnen und auch nicht um Menschenhandelsopfer geht ist eigentlich klar- wie sonst kann man erklären, dass die Forderungen von Sexarbeiterinnen selbst, des Bundesverbandes gegen Frauenhandel (Kok e.V.) und zahlreicher anderer Menschenhandels-, Migrations- und Sexarbeits-Fachstellen durchwegs ignoriert werden? Diese verlangen nämlich ein Ende der Diskriminierung gegen Sexarbeiter/innen, während EMMA die Aufrechterhaltung der Diskriminierung und zusätzliche Stigmatisierung fordert. Die Behauptung, man würde sich für die Rechte von Prostituierten einsetzen, entpuppt sich bei näherer Betrachtung der EMMA-Forderungen als blanker Hohn und Schlag ins Gesicht der Betroffenen.

    Comment by Sina — 06.11.2013 um 12:47

  6. “Wenn sich ein Mensch aus Not entschließt eine sexuelle Dienstleistung anzubieten, dann sollte jede Form von rechtsstaatlichem Schutz begrüßt und nicht bekämpft werden.”

    Was ist das denn für eine absurde Äußerung?

    Wer ernsthaft so denkt, hätte einer Vermittlung in die Prostitution durch die Argen (mit den wohlbekannten Sanktionsandrohungen bei Weigerung) genau gar nichts mehr entgegenzusetzen.

    Im Gegenteil: anzunehmen ist, dass dies letztlich sogar begrüßt werden müsste, als Zeichen der fortschreitenden “Normalisierung von Sexarbeit”.

    Srsly?

    Comment by Sheera — 06.11.2013 um 16:33

  7. Ah – einmal auf den Namen des Autors geklickt und schon bin ich klüger.

    “Wiegand Grafe hat Konstruktionstechnik/Maschinenbau studiert und arbeitet als angestellter Ingenieur.”

    Erstaunlich, wer so Alles für ein “Feministisches Institut” schreiben darf…

    Comment by Sheera — 06.11.2013 um 16:38

  8. @Sheera Den Unterschied zwischen “ein Mensch sich entschließt” und “die Arge entscheidet” kriegen Sie aber noch hin?

    Comment by Hauke Laging — 06.11.2013 um 16:39

  9. @ Hauke Laging

    Also sind auch sie dagegen, dass Prostitution wie ein normaler Beruf behandelt wird?

    Comment by Sheera — 06.11.2013 um 17:31

  10. [...] ich das jetzt richtig sehe, äußern sich mittlerweile die Linke, die Grünen, das Feministische Institut Hamburg und einige andere äußern sich kritisch zu Alice Schwarzers Vorstoß, die Prostitution zu [...]

    Pingback by Neues von der Front | p e l z blog — 06.11.2013 um 18:55

  11. Vielen, vielen Dank für diesen grandiosen Artikel. Er spricht mir aus der Seele und unterstützt mich in meiner politischen Arbeit als Sexarbeterin sehr. Davon brauchen wir mehr: guten Journalismus gegen Lügen, Diffamierung und Unsinn über Unsinn mit moralischen Geschmäck`le.
    Stephanie Klee

    Comment by Stephanie Klee — 06.11.2013 um 23:08

  12. Lange Zeit hielt ich mich für eine Feministin, gründete Frauengruppen und setze mich für Frauenrechte ein. Wenn ich damit allerdings in die Nähe von Alice Schwarzer komme, möchte ich jetzt keine Feministin mehr sein. Ich leite ein Massage- und Seminarzentrum für Sinnliche Berührung und rein formal zählen wir zur Prostituition. Für mich hat Sexarbeit auch eine Komponente einer uralten spirituellen Tradition, in der SexarbeiterInnen einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisteten. Ich spüre diese Wurzeln und finde es spannend, dieser Verbindung nachzugehen.Ich sehe, wie Frauen unserer Studios durch diese Tätigkeit aufblühen, sich entwickeln und glücklich sind. Sexarbeit hat viele Gesichter, viele Motive, hat für mich sehr viel mit Selbstbestimmung und Selbsterkenntnis zu tun. Über etwas so massiv zu urteilen, was man weder kennt noch sich die Mühe macht, kennenlernen zu wollen, sollte eigentlich ins Mittelalter gehören. Katrin Laux

    Comment by Katrin Laux — 07.11.2013 um 00:22

  13. @Sheera Die Frage, ob Prostitution wie ein normaler Beruf behandelt werden solle, ist sinnlos, solange nicht klar ist, was Sie und ich darunter verstehen. Politiker ist auch “kein normaler Beruf” (wird auch nicht von der Arge vermittelt, obwohl das mal lustig wäre).

    Und dass Sie sich über Ingenieure mokieren, ist nur noch lächerlich. Diese Fraktion hat das Denken wenigstens gelernt. Wenn wir versagen, stürzen Flugzeuge ab, explodieren Autos und verärgern Computer den Nutzer. Wenn die Abteiling, die sich für Feminismus zuständig fühlt, nach Jahrzehnten der Nichtleistung intelligenz- und kompetenzfreien Scheiß zusammenschreibt, finden sich dutzendfach prominente Unterstützer. Was sagt uns das?

    Aber dass neben der unzulässigen Sexualität im nächsten Schritt dann auch noch die unzulässige Meinungsäußerung beschnitten werden soll, passt natürlich hervorragend ins Bild.

    Comment by Hauke Laging — 07.11.2013 um 01:19

  14. @Sheera, und? was hat jetzt die berufliche Qualifikation und dem womit man sich noch beschäftigt zu tun?

    Wär ja so wie wenn einer der Politiker ist keine Kochrezepte schreiben darf, denn der ist ja Politiker und die können ja ned kochen, oder?

    Comment by Xanthia — 07.11.2013 um 01:40

  15. Es wird Zeit, dass diese DUMME Alice Schwarzer endlich mal damit aufhört, Ihren Seelenmüll überall abzuarbeiten zu suchen, nur nicht bei sich selbst.
    Ausgerechnet eine Frauenrechtllerin will die Gesetztgebung hinsichtlich Prostitution zu Rückschrotten zwingen?
    Diese dumme Alice Schwarzer kann sich anscheinend selbst gar nicht mehr ausstehen, andrs kann ich mir eine solche Dummheit einfach nicht erklären.
    Prostitution wird nicht umsonst das älteste Gewerbe der Welt genannt.
    Es war dringend notwendig, den Berufl zu legalisieren und sozial auch zu integrieren.
    Das abschaffen zu wollen und Prostitution bewusst wieder in die Schmuddelecke stellenzu wollen kann nru von einer Frau kommen, die selber nie geliebt wurde … wie denn auch, ein Alice Schwarzer mit ihren verschrobenen Ansichten kann Mann nicht lieben.

    Comment by Klaus — 07.11.2013 um 20:19

  16. Leute, schlagt euch nicht die Köpfe ein. Klar ist doch: nicht der Beruf (in der Sache)entscheidet über unsere Moral, sondern das System, dem wir dienen und das macht aus uns allen über kurz oder lang, freiwillig oder unfreiwillig Prosituierte,

    wir sitzen alle im selben Boot – also Solidarität statt Spaltung!

    Comment by Rosalux — 11.11.2013 um 20:45

  17. [...] und sexuelle Dienstleistungen oder der der Prostituiertenverband Dona Carmen sowie von anderen Feministen wie dem Feministischen Institut Hamburg scharf zurückgewiesen worden: Während Schwarzer den Schutz der Frauen durch das [...]

    Pingback by Masku-Trolle gibt es nicht « jungsundmaedchen — 14.11.2013 um 22:10

  18. Wie hochgradig peinlich für ein Institut, das sich wissenschaftlich schimpft, einen Ingenieur und Maschinenbauer, also jemand für völlig andere Dinge Qualifizierten, einen Leitartikel schreiben zu lassen! Wie kann man nur so wenig Anspruch an sich selber haben und sich selber so disqualifizieren!

    Und Ahnung von der Situation in Schweden, die offenkundig einen wichtigen Teil der EMMA-Kampagne ausmacht, wie sie sivh auch auf die aktuellen politischen Entwicklungen in anderen Ländern Europas Stellung bezieht, hat hier ganz offenkundig (!) weder der Herr Ingenieur noch die Schreiberinnen und Schreiber. In Schweden ist die Prostitution seit 1999 markant und statistisch nachweisbar erheblich (!) zurückgegangen. Es ist also möglich, die Menschen sind hier ja nicht grundsätzlich weniger lernfähig als in Schweden. Sexualität gehört in wie auch immer geartete feste oder lose Beziehungen, nicht in Machtverhältnisse, in dem sich ein Mensch Macht über einen anderen erkauft!

    Informiert euch doch, bevor ihr was schreibt!!!!!!!!!! Man braucht wirklich nicht viel Bildung dazu, um im Internet ein bisschen zu recherchieren, bevor man was schreibt. Übrigens sind bei den EMMA-Unterzeichnerinnen und -Unterzeichnern sehr, sehr viele, die in keinen akademischen Berufen arbeiten. Aber da müsste man sich ja die Mühe machen, sich die Unterschriften mal anzusehen, während es viel einfacher ist, hier irgendetwas Falsches zu schreiben…

    Comment by Tina — 15.11.2013 um 02:37

  19. Hallo Tina,
    1. Wir laden Autor_innen nicht nur aus der Wissenschaft ein, sondern es geht uns genau um die Verknüpfung von Theorie und Praxis.
    2. Ob Maschinenbauer oder Tischler_in, wichtig ist sie_er spricht nicht über die Köpfe derer, um die es geht.
    3. Zum Glück gibt es Menschen, die über die Grenzen ihrer Fachdisziplinen hinausdenken können und müssen.
    4. Bitte einen Blick in die Geschichte zur Entstehung des Ingenieurberufes werfen, bevor Du über die Profession urteilst. Leider nicht im Internet zu finden, der Gang in eine Bibliothek wäre erforderlich.
    5. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Texte ein feministisches Anliegen haben.
    6. Was die Studien in Schweden anbelangt, welche meinst Du??? Bitte Quellenangaben!!!
    7. Erst im Sommer wurde eine schwedische Sexarbeiterin ermordet, vorher hat man ihr das Sorgerecht entzogen, weil sie Aktivistin war. Quelle: der Freitag 21.07.2013
    8. Wünschenswert sind Menschen, die lernfähig sind – dahingehend – dass sie sich nicht von reißerischen Artikeln und Bildern leiten lassen, sondern für die Rechte und Sprecher_innenpositionen der Menschen eintreten, die darüber nicht oder nur marginal verfügen.
    9. Vielleicht reicht das Internet, die Emma und der Tatort nicht aus, um Wissen zu generieren.
    Viele Grüße von Kathrin

    Comment by Kathrin — 15.11.2013 um 17:49

  20. Vielen Dank für den sehr guten Text. Als Folge des Emma-Appells wird jetzt überall darüber diskutiert, ob Straßen-Sexarbeiter_Innen die arbeitsbedingungen noch zusätzlich zu verschlechtern. Da wird ziemlich offensichtlich, dass es nie um das Wohlerergehen der Betroffenen ging. Sonst müsste ihnen einfach mal zugehört werden.

    Comment by Jonas — 16.11.2013 um 01:02

  21. @Tina
    Dass Sie von “peinlich” und “disqualifizieren” schreiben, ist grotesk. Ihr Kommentar ist derart armselig, dass ich geneigt bin, ihn für ein U-Boot zu halten.

    Schweden hat vor Ihnen niemand angesprochen. Natürlich ist die Prostitution dort zurückgegangen. Wer behauptet, das sei mit einem Verbot nicht zu erreichen, hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Sie widersprechen also Aussagen, die niemand gemacht hat. Die spannende Frage, mit der sich auch der Artikel befasst, ist: Welche Gründe gibt es, ein Vorgehen wie in Schweden zu wollen oder eben nicht zu wollen.

    Aber Fragen und Gründe sind für Ihresgleichen ja irrelevant. Wer begründungsfrei öffentlich etwas wie “Sexualität gehört in wie auch immer geartete feste oder lose Beziehungen” deklamiert, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Sie fordern, dass andere sich informieren mögen. Das hält Sie aber nicht davon ab, von “Machtverhältnisse, in dem sich ein Mensch Macht über einen anderen erkauft” zu schreiben und das auf Prostitution zu beziehen, obwohl das offenkundig Unsinn ist.

    Comment by Hauke Laging — 16.11.2013 um 02:00

  22. Kathrin, Niveau!!
    1. ist es in deutschen Instituten, die sich als wissenschatlich bezeichnen, grundsätzlich üblich, sich zu siezen. Ich habe Ihnen kein “Du” angeboten.Ihr Sozialverhalten ist nicht seriös. Ein “Ihr” im Plural hat sich im deutschen Sprachgebrauch schon seit Jahrzehnten eingebürgert.
    2. Der Text des Ingenieurs ist nicht feministisch. Ein Blick in zahlreiche (!) Länder zeigt, dass Feministinnen und solidarische Männer dort im Gegensatz zu manchen in Deutschland weiterhin unverblendet die Prostitution als das erkennen, was es ist. Bedauerlicherweise solidarisieren sich hierzulande leider einige sogenannte Feministinnen mit dem Sexbusiness, das laut Ver.Di-Schätzung mittlerweile auf 14,5 Milliarden Euro Umsatz jährlich (!) angestiegen und damit in die Liga des Drogen- und dem Waffenhandels aufgestiegen ist!. Es sind Zuhälter, Menschenhändler sowie vielen wahrscheinlich beziehungsunfähige Freier, denen Ihr Ingenieur das Wort redet.
    3. “Vielleicht reicht das Internet,die EMMA und der Tatort nicht aus, um Wissen zu generieren.” Hier treffen Sie eine willkürliche Auswahl, die Sie in der Luft stehen lassen, ohne zu verdeutlichen, was Sie damit bezwecken. Die skandinavischen Länder sind bekanntlich sehr gut darin, Sozialstudien zu erstellen und im Internet zu veröffentlichen. In einem “wissenschaftlichen” Institut, das sich heute mit der Rechtslage der Prostitution beschäftigt, sollte man sowas wissen!! Einen Tatort habe ich als aus Niveaugründen fernsehloser Mensch zuletzt ungefähr 2009 gesehen, da ging es allerdings um das Berliner Tunnel- und Untergrundsystem und nicht um Prostitution. War es etwa Ihre Vermutung, ich würde aus dieser Sendung mein Wissen beziehen? Nun, wenn man Menschen unterschätzt, wirft man in aller Regel kein gutes Licht auf sich und die eigene Perzeptionsfähigkeit.Von der EMMA schließlich ist im Internet nicht viel zu lesen.
    4. Sie sind der Meinung, bei Internet-Kommentaren solle man Quellen zitieren.Das entspricht keineswegs den Erfahrungen, die man im Internet gemeinhin macht, und ist in diesem Zusammenhang ein heerer Ansprucb. Dazwischen, Sozialstudien zu studieren und überprüfen und gut informiert MEinungen zu verteten besteht ein großer Unterschied! Da Sie aber der Meinung sind, ich solle in eine Bibliothek, um mich über die “Geschichte des Ingenieurberufs” informieren (welch zusammenhangloses Ansinnen), werden Sie sicherlich gerne Schwedisch lernen, um z.B. die Quellen von Socialsytrelsen oder die Studien einer Forschungsgruppe der Universität Linköping lesen zu können. Wie gesagt gibt das Internet diesbezüglich sehr, sehr viel her….
    Auf den Seiten der Socialstyrelsen finden Sie den Bericht der Regierung SOU 2010:49:, Kapitel C, mit weiteren Quellennachweisen, z.B. Kuosmanen 2008, nach dem ich mir nun wirklich keine Mühe Ihr Sozialverhalten spricht nicht für Seriösitätmache, den zu überprüfen, oder schauen Sie auf den !”Prostitusjon i Sverige Huvudrapport”, den Sie z.B. hier herunterladen können:http://www.government.se/content/1/c6/15/14/88/0e51eb7f.pdf
    Wie gesagt viel Spaß und Erfolg!

    Ich werde allerdings nun etwas Sinnvolleres machen, als noch weiter auf den Seiten des Pseudofeministischen Instituts Hamburg herumzusurfen: Einen Brief an Henkel und den Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin schreiben, weil ich bereits zweimal – beruflich unterwegs nach 20 Uhr – in einer Straße in der Nähe der Kurfürstenstraße von Männern von oben bis unten taxiert und widerlich angesprochen wurde in der Absicht, mich zu kaufen. Wie sich das anfühlt! Also bin ich direkt von der Prostitution dort betroffen und werde meine Interessen vertreten. 2005 ist mir das in Oslo auch passiert, als ich auf jemanden wartete, um zum Dokumentarfilmfestival im Filminstitut zu gehen. Aber in Norwegen ist man ja längst aktiv geworden, und die Männer verhalten sich jetzt den Frauen gegenüber nicht mehr derart überheblich.

    Die Mühe, hier noch weiter mitzulesen, werde ich mir nicht machen.

    Comment by Tina — 19.11.2013 um 01:10

  23. Hier gibt’s den “Prostitution i Sverige Huvudrapport” zum herunterladen: prosentret.no/?wpfb_dl=585

    Comment by Tina — 19.11.2013 um 01:12

  24. Nun ist es sehr schade, dass Tina, oder muss ich Frau Tina sagen, um das Niveau zu halten, nicht mehr weiter mitlesen will, den ich bin ihrer Anregung gefolgt und habe mit viel Erfolg, aber wenig Spaß, die englischsprachige Zusammenfassung der Studie gelesen. In „Summary and conclusions“ habe ich folgenden Satz gefunden: „Altogether, this means that we can feel somewhat secure in the conclusion that prostitution as a whole has at least not increased in Sweden since 1999.” Vorbehaltlich meiner Fremdsprachenschwäche kann ich diese Aussagen nicht als Beleg für die These von Frau Tina (Kommentar vom 15.11.2013 um 02:37): „In Schweden ist die Prostitution seit 1999 markant und statistisch nachweisbar erheblich (!) zurückgegangen“ interpretieren. Mehr als halbiert hat sich nach dieser Studie die Anzahl der Menschen, die sexuelle Dienstleistungen auf der Straße anbieten, wobei hier die Zahlen jedoch so gering waren und sind, dass sie für eine statistische Betrachtung eigentlich nicht herangezogen werden könne, da selbst geringe numerische Veränderungen zu erheblichen Ausschlägen in der prozentualen Betrachtung führen. In den drei größten schwedischen Städten sind 1998 726 Menschen, die solche Dienste anbieten, erfasst worden, 2008 waren es nur noch 296. Damit hat sich die Straßenprostitution um 59,2 % verringert. Dies ist ohne Frage eine beeindruckende Zahl. Setzt man sie jedoch ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, so muss man konstatieren, dass 1998 0,044% der EinwohnerInnen und 2008 0,018% solche Dienste auf der Straße angeboten haben. So betrachtet, liegt eigentlich die Frage nahe, ob es überhaupt einer gesetzlichen Regelung bedurft hätte. Wenn man dann noch die eher qualitativen Aussagen in der Studie zur Zunahme der Kontaktanbahnung über das Internet in die Betrachtung einbezieht, erklärt sich die sehr vorsichtige Formulierung in der Zusammenfassung, denn hier überlagert sich der Verbotseffekt wahrscheinlich mit einer Verschiebung der Geschäftsaktivitäten in den nur schwer zu kontrollierenden virtuellen Raum.
    Nach der empfohlenen Lektüre muss ich leider feststellen, dass die Evaluation der schwedischen Regierung als Begründung für die Vehemenz von Frau Tina nicht herangezogen werden kann.

    Comment by Wiegand Grafe (Der Ingenieur) — 19.11.2013 um 22:47

  25. einfach nur – DANKE TINA!

    Comment by anke — 20.11.2013 um 08:35

  26. [...] Die Revolution frisst ihre Kinder http://www.feministisches-institut.de/die-revolution-frisst-ihre-kinder/ [...]

    Pingback by In der Presse: Appell für und gegen Prostitution | menschenhandel heute — 21.11.2013 um 10:11

  27. Super guter Artikel.
    Ich möchte auch meiner Arbeit
    als Sexualbegleiterin und Tantramasseurin in Ruhe nach gehen.

    Comment by Lisa — 22.11.2013 um 00:43

  28. “Mehr Entrechtung befürchtet
    Deutliche Kritik gegen die Initiatorinnen des EMMA-Appells kommt auch vom Feministischen Institut Hamburg. „Sie wollen mit ihrem Vorstoß das Verbrechen des Menschenhandels eindämmen und nehmen dabei billigend in Kauf, dass die Entrechtung und die Gefahr für die DienstleisterInnen erheblich zunehmen, wenn Sexarbeit nur noch in der Illegalität praktiziert werden kann“, kritisiert das Institut in einer Stellungnahme.” aus: http://www.frauenrat.de/deutsch/infopool/nachrichten/informationdetail/article/der-realitaet-ins-auge-sehen.html

    Comment by Tanja Carstensen — 22.11.2013 um 10:58

  29. [...] ist andernorts hinreichend erörtert, hier aber handgreiflich: Werden Sexarbeiter*innen nicht zum Objekt einer Debatte gemacht, wenn ihre Stimmen nicht gehört werden können, weil sie sich ihre Freiwilligkeit nur [...]

    Pingback by Mindestlohn für Sexarbeiter*innen! — 26.11.2013 um 10:51

  30. [...] Bei der Gelegenheit noch Links zu drei Kommentaren: – Feministisches Institut: <http://www.feministisches-institut.de/die-revolution-frisst-ihre-kinder/&gt; Kurz-URL: <http://goo.gl/PgNBQf&gt; – "der Freitag" [...]

    Pingback by Stellungnahme der BVSM e.V. zur deutschen Prostitutionsdebatte | BDSM Apartment — 27.11.2013 um 18:28

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